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Online-Marketing: B2B-Unternehmen haben Nachholbedarf

Eine im März 2014 veröffentlichte Studie der Göttinger Private University of Applied Sciences PFH kommt zu überraschenden Ergebnissen: Obwohl Unternehmen aus dem B2B-Bereich in den kommenden zwei bis drei Jahren ihre Online-Marketingaktivitäten verstärken wollen, haben diese bisher nur bei rund einem Drittel der Unternehmen eine sehr hohe bzw. hohe Bedeutung.

Die Ergebnisse der Ende 2013 branchenübergreifend durchgeführten Studie belegen, dass knapp 60 Prozent der befragten Unternehmen dem Online-Marketing nur eine mittlere bis sehr geringe Bedeutung beimessen. Das spiegelt sich auch an den Budgets wider, denn fast 60 Prozent der B2B-Unternehmen geben weniger als zehn Prozent ihres gesamten Marketingbudgets für Online-Marketing aus.

Auch haben mehr als 80 Prozent der befragten Unternehmen angegeben, dass sie nicht genau wissen, was ihre Kunden in Bezug auf Online-Marketing von ihnen erwarten. Dies liegt hauptsächlich daran, dass die Erwartungen und Bedürfnisse der Kunden nicht oder nicht ausreichend analysiert wurden.

Auf hohem Level etabliert sind bisher klassische Maßnahmen, wie Website, E-Mail-Newsletter und Suchmaschinenmarketing. Doch selbst hier ist die Auswertung der Maßnahmen mangelhaft. Ein Viertel der befragten B2B-Unternehmen verzichtet fast völlig auf Methoden der Erfolgsmessung. Zwar messen immerhin 65 Prozent die Anzahl der Besucher ihrer Website pro Monat, doch nur 40 Prozent messen, wie lange die User auf der Website verweilen.

Interaktive Kanäle, wie z. B. Produkt-Konfiguratoren oder Online-Umfragen, werden bisher kaum genutzt. „Unternehmen vergeben sich so Möglichkeiten, den direkten Kundendialog professionell weiterzuentwickeln“, so Hans-Christian Riekhof, Professor für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre und Internationales Marketing an der PFH und verantwortlich für die Durchführung der Studie.

Das Fazit der Forscher: „In knapp drei Viertel der befragten Unternehmen müssen die konzeptionellen Grundlagen des Online-Marketing als eher unzureichend angesehen werden.“ Es besteht also dringend Nachholbedarf. Denn nur wenn erkannt wird, wie wichtig Online-Maßnahmen tatsächlich für die Unternehmenskommunikation sind und diese dann auch richtig eingesetzt und ausgewertet werden, kann der Dialog mit Kunden fit für die Zukunft gemacht werden.