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SEO: Google Abstrafungswelle trifft Webmaster

Es klingt vor allem für Mittelständler mit überschaubarem Marketingbudget verlockend: mit billigen Linkkäufen schnell das Website-Ranking verbessern und über Klickfarmdienste günstig die Popularität in sozialen Medien vergrößern. Wer sich nun schon über mögliche Einsparungen freut, sei gewarnt. Die Begeisterung über die hohe, aber vorgetäuschte Sichtbarkeit im Netz währt meist nur kurz – bis eine Abstrafung von Google im Postfach des Webmasters landet.

Der Suchmaschinen-Betreiber hat bezahlten Links den Kampf angesagt und verhängt fleißig Sanktionen gegen aufpolierte Websites. Diese verlieren bei Verstößen gegen die Google Richtlinien für Webmaster ihre Position im Suchmaschinen-Ranking und büßen an Sichtbarkeit ein. Aber auch den sogenannten Klickfarmen, die mit massenhaftem Produzieren von tausenden Gefällt-Mir-Klicks Geschäfte machen, soll der Garaus gemacht werden – das kündigte Facebook bereits 2013 in einem Artikel auf theguardian.com an.

Schlechte Zeiten also für schnelle Links und Likes. Doch so vielversprechend, wie sie zunächst klingen, sind sie ohnehin nicht. Gekaufte Verlinkungen bleiben meist von Usern ungenutzt, weil sie naturgemäß unscheinbar in die Seiten integriert sind und inhaltlich nicht mit dem eigentlichen Content der Website übereinstimmen. Allerdings werden nur oft geklickte Links bei der Bewertung von Google beim Ranking stärker gewichtet. Auch sagen Klickzahlen allein nichts über die tatsächliche Reichweite in sozialen Medien aus. Einzig echte Fans, die interagieren und Inhalte teilen, sorgen durch hohe Aktivität für Sichtbarkeit im Newsfeed und damit eine bessere Wahrnehmung der Seite.

Guter Content jedoch, der auf die Zielgruppe zugeschnitten ist, spricht für sich. Er wird verlinkt und angeklickt – und das ganz freiwillig, weil die Website es verdient und das Unternehmensprofil überzeugt. Mit sauberer SEO Arbeit kann ein nachhaltiges Linkprofil mit guten organischen Reichweiten aufgebaut werden – den Qualitätskriterien von Google entsprechend.

Dass Google nicht nur die Verlinkungen kleiner und mittlerer Unternehmen kontrolliert, zeigt der Fall des Online-Reisebüros Expedia. Anfang des Jahres verlor das Unternehmen laut marketwatch.com aufgrund von Linkkäufen nicht nur 25 Prozent seiner Sichtbarkeit auf Google, sondern auch seine Aktien fielen um 4,5 Prozent. Die Konsequenz: Expedia muss seine Position im Google-Ranking aufwändig neu aufbauen und öffentlichen Schaden durch Medienberichte wieder gut machen.

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